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Spielzeugpferd „Grete“ im Streichelzoo der Historischen Mühle Eberstedt

Christian Hill, F: Christian Hill

Familienausflug – Kunterbuntes für Alle

„Laß mich ein Kind sein, sei es mit!“ schrieb einst Friedrich Schiller und meinte wohl, dass man nie zu alt ist, um Kind zu sein. Folgen wir seinem Ratschlag und beobachten die abenteuerlichen Wege, die das knallrote Spielzeugpferd „Grete“ auf seinem Weg zurück zu Lani, seiner fünfjährigen Besitzerin, nimmt.

Erfurt – Alle Tiere sind schon da!

Dies wäre nicht passiert, wenn Grete nicht die Neugier gepackt hätte. Alles nahm seinen Anfang mit einem Besuch im Thüringer Zoopark Erfurt, den Lani und ihre Familie schon lange geplant hatten, natürlich nicht ohne die geliebte Grete. Das knallrote Spielzeugpferd trödelte etwas zu lange bei den Pampashasen und plötzlich war ihre Familie weg. Verzweifelt streifte Grete durch das riesige Gelände von fast 63 Hektar. Kein Wunder, der Erfurter Zoo gehört flächenmäßig zu den ganz großen in Deutschland und trumpft mit 800 Tieren in 120 Arten als „Zoo der großen Tiere“ auf. Bei ihren Streifzügen kam Grete an den afrikanischen Elefanten und Breitmaulnashörnern vorbei, lugte zu den Giraffen hinein, die ihre langen Hälse reckten, als ob sie noch nie ein rotes Pferd gesehen hätten. Nach einem kurzen Zittern beim Löwengebrüll beschloss sie mutig: Da hat das Schicksal aber auf das falsche Pferd gesetzt. Sie würde den Weg in das heimische Kinderzimmer zurückfinden, und zwar ganz allein. Doch zunächst brauchte sie eine Unterkunft. Aus Erzählungen wusste sie von einem Ort, in dem alle Tiere friedlich in einem Boot beieinander saßen. In der Erfurter Straße Große Arche 14 gibt es im Keller des Naturkundemuseums eine Situation wie bei Noah kurz vor der Sintflut. Die dortigen Tierpräparate – die Erfurter Spezialisten genießen für diese Kunst Weltruf – nahmen das rote Pferdchen stumm in ihrer Mitte auf. Gut für Grete, dass es ausgerechnet der erste Dienstag im Monat war, wenn der Eintritt in alle Erfurter Museen frei ist. Sie kuschelte sich dicht an das Fell des Löwen Ramses, der einst aus Altersschwäche im Zoo verschied, und träumte sich nach Hause. Die nächsten Tage würden eine ganz eigene Geschichte füllen, als sie sich hoffnungslos im Erfurter Maislabyrinth verlief, sie ein Tänzchen beim „koCOLORes“ Festival im Brühler Garten wagte und gemeinsam mit einer Schülergruppe den Natur-Erlebnis-Garten „Fuchsfarm“ erkundete. Die netten Kinder nahmen Grete gleich mit zum nächsten Abenteuer.

Aktivpark Hohenfelden – Wald der großen Sprünge

Während die Klasse auf die Snackterrasse als zentralen Anlaufpunkt zusteuerte und Spie­l­platz, Adventure-Golf und Kletterwald eroberte, hatten es Grete das Streichelgehege mit den Westafrikanischen Zwergziegen sowie das Bungee-Trampolin angetan. Solche Sprünge hatte sie ja noch nie gemacht! Bis zu acht Meter sauste sie in die Höhe. „Vielleicht wird aus mir noch ein berühmtes Turnierpferd!“, träumte sie. Aber die Tagträume waren zu Ende, als die Jubelrufe der Kinder vom Wackelbalken in schwindelerregender Höhe, von der Affenschaukel oder der Hängebrücke herüber wehten. Auch der Spaß der Erwachsenen aus dem Kletterwald war nicht zu überhören, wird doch auf sieben Parcours mit über 100 Elementen für alle etwas geboten. Für Grete stand fest, hierhin musste sie mit ihrer Familie zurückkommen. Vielleicht zu Lanis Geburtstag, denn Geburtstagskinder haben hier in einer Gruppe ab fünf Personen freien Eintritt.

Weimar – Bildung für alle!

Grete beschloss, wenn schon auf Reisen, möchte sie sich auch bilden. In Weimar war endlich Gelegenheit zu erforschen, wann die Verbindung zwischen Mensch und Pferd überhaupt ihren Anfang nahm. Unbemerkt schlüpfte sie durch das große blaue Tor ins Museum für Ur- und Frühgeschichte, posierte mit den Urmenschen am Lagerfeuer, studierte die spektakuläre Sammlung von Fibeln, worunter auch eine mit Pferdedarstellung war und entdeckte einen Knochenmeißel mit dem Abbild eines Urahnen. Sie konnte kaum glauben, was hier an Funden und Erkenntnissen der Archäologie auf gut 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche dokumentiert ist. Am interessantesten waren für Grete die Zeugnisse der Altsteinzeit aus den Höhlen der Wildpferdjäger bei Döbritz und die Erkenntnis, dass um 380 erstmalig von Thüringern in einem Lehrbuch über Pferde-Heilkunde des römischen Autors Flavius Vegetius Renatus die Rede ist: „Die Toringi haben gute Pferde!“ Voller Stolz, zu den besten Pferden im Stall zu gehören, hätte Grete zu gern noch den Kindern zugeschaut, wie sie sich in alten Techniken, wie Töpfern, Spinnen oder Steinbohren ausprobierten. Doch es beschäftigte sie die Frage, wie wertvoll wohl ein Pferd ist. Die Mitarbeiter der Theaterpädagogik vom Deutschen Nationaltheater Weimar gaben genau darauf eine Antwort. William Shakespeare schrieb in seinem Drama „Richard III.“: „Ein Pferd! Ein Pferd! Mein Königreich für ein Pferd!“ Damit nahmen sie das wissbegierige Ross zusammen mit einer Schulklasse auf Erkundungstour hinter die Kulissen. Grete staunte nicht schlecht über die Theatergeschichte(n) und kreative Arbeit der Maskenbildnerin. Zum Spaß der Schüler bekam sie eine echte Mähnenverlängerung verpasst und wäre glatt als Rosinante von Don Quijote durchgegangen. Wohlgelaunt trabte sie zur nächsten Station, dem alten Landgasthof „Goldener Schwan“ in Oberweimar. Dort, wo einst Reisende samt Pferd und Kutsche Rast machten, befindet sich heute das Deutsche Bienenmuseum, das älteste seiner Art im deutschsprachigen Raum. Die Museumspädagogin wurde nicht müde, all die Fragen über die Geschichte der Imkerei, den Bienenweidegarten und zu den süßen Produkten aus dem Hofladen zu beantworten. Respektvoll und aus sicherem Abstand betrachtete Grete die fleißige Arbeit der Immen. Am lustigsten fand sie die Bienencartoons, welche die Inhalte kind- und pferdegerecht erklärten, aber auch den Eintrag im Gästebuch: „Macht gute Miene zur schönen Biene! Grüße Sa-Biene.“ Die Krönung war der Genuss des selbstgemachten Honigkonfekts. Sogleich ging ein Grinsen über beide Ohren und unsere Grete lachte wie ein Honigkuchenpferd!

Historische Mühle Eberstedt – Wo Forellen und Ziegen hüpfen

Geschmackswelten ganz anderer Art gab es in Eberstedt zu entdecken, wohin Grete heimlich in einem Fahrradanhänger entlang des Ilmtal-Radweges reiste. Beeindruckend war die historische Wassermühle und ihre Nüstern blähten sich, als der Duft frisch zubereiteter Forellen mit Mühlenhonig aufstieg. Der ereignisreiche Tag ging mit einer Übernachtung im einzigartigen schwimmenden Hüttendorf zu Ende. Sanft von den Wellen in den Schlaf gewiegt, glitten die Träume noch einmal hinüber zum alten Leiterwagen am Spielplatz und den Schmusereien mit einem Böcklein im benachbarten Streichelzoo. Der letzte Abstecher sollte morgen noch dem Erlebniszoo Tirica in Vippachedelhausen gelten.

Jena – Heimat der Lichtphänomene

Das Jubeln und Wiehern im heimatlichen Kinderzimmer waren groß, als Grete unverhofft bei Lani auftauchte. Ein Kinder- und ein Pferdeherz drückten sich fest aneinander und unzählige Umarmungen besiegelten die Wieder­sehensfreude. Grete wurde in den nächsten Tagen nicht mehr aus den Augen gelassen, galoppierte mit in die Ernst-Abbe-Bücherei zu „Vorhang zu!“ – dem Vorlesenachmittag – und man lauschte gemeinsam der spannenden Märchenstunde im Romantikerhaus, als „Die Gänsemagd“ mit dem sprechenden Pferd Falada die kleinen Zuhörer fesselte. Einen unbeobachteten Augen­blick nutzte sie doch, um von den schlauen Museumspädagoginnen in der Kunstsammlung der Städtischen Museen Jena etwas über die Gruppe des „Blauen Reiters“ und den Künstler Franz Marc mit seinen berühmten blauen Pferden zu erfahren. Zu Hause wurde bereits für das nächste Wochenende ein großer Ausflug zur Imaginata, dem Experimentarium für alle Sinne, geplant. Durch ihren immensen Wissenszuwachs konnte Grete sicher das ein oder andere Phänomen fachgerecht erklären. Am meisten freuten sich die beiden auf die Wirbelkanone mit den Rauchringen, das Fahrrad mit Höhenschwindel und den Blick in die Unendlichkeit im Spiegel- und Linsenkabinett. Ähnliches hatten sie schon letztes Jahr im Optischen Museum bei der Führung „Linsen, die niemanden satt machen, aber trotzdem sehr nützlich sind“ erlebt. – Und eins wusste das rote Spielzeugpferd ganz genau, auf ihre Familie würde sie diesmal ganz genau achtgeben!!

Je länger der Mensch Kind bleibt, desto älter wird er.

Novalis



Zoopark Erfurt

Zoopark Erfurt, F: Mario Fuss

Zoopark Erfurt

Zoopark Erfurt, F: Bianca Werchan

Kletterwald Hohenfelden

Weimarer Land Tourismus e.V., F: Kletterwald Hohenfelden

Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar

TLDA, F: Hauke Arnold

Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar

TLDA, F: Hauke Arnold

Ilmtal-Radweg, Deutsches Bienenmuseum, Weimar

weimar GmbH, F: Ralph Kallenbach

Historische Mühle Eberstedt

Christian Hill, F: Christian Hill

Stationenpark Imaginata – ein Experimentarium, Jena

JenaKultur, F: A. Hub

Optisches Museum mit historischer Zeiss-Werkstatt, Jena

JenaKultur, F: A. Hub

Wissen to go

Kultfigur

Backfrisch? Nein, Bernd das Brot aus dem KiKA – dem Kinderkanal von ARD und ZDF mit Sitz in Erfurt – ist schon lange ein Star. Das depressive Kastenbrot bekam 2004 sogar den begehrten Grimme-Preis in der Kategorie „Spezial“.

Standardwerk

Das Initialwerk der modernen Kinderpsychologie kommt aus Jena. Studienobjekt für sein Buch „Die Seele des Kindes“ war für den Professor William Thierry Preyer sein 1877 in Jena geborener Sohn Axel.

Zuckertüte

Heute versüßt sie vielerorts den Schulanfang. In Jena wurde die Tüte mit Konfekt bereits 1817 „als ein symbolisches Zeichen der vom Fleiße zu erwartenden Vorteile“ überreicht.

Märchenstunde

Das vielfältige Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden zeigt auch eine so genannte „Einklassenschule“. Den Kindern von Hohenfelden wurde hier erzählt, dass im Keller der Zuckertütenbaum wächst und von einem Esel bewacht wird. Heute gibt es alljährlich und ganz offiziell den „Märchentag im Freilichtmuseum“.

Kunterbunte Extra-Tipps

Weimar

Weimar für Kinder mit dem Gänsemännchen – Ein Kinderführer, erhältlich in der Tourist Information Weimar

Jena

Jena farbenfroh. Stadterkundung für kleine Entdecker. Ein Stadtplan für Kinder und Familien, erhältlich in der Jena Tourist-Information

Weimarer Land

Mechanika da Vinci in Leutenthal – Gesetze der Physik spielerisch erlernen

Erfurt

Natur- und Erlebnisgarten „Fuchsfarm“: Familientage und Kreativworkshops fördern das Umweltbewusstsein von Klein und Groß www.fuchsfarm-erfurt.de

Aktuelle Veranstaltungen
Erfurter Oktoberfest

Erfurter Oktoberfest

22.09.2017–08.10.2017
Erfurt

Ikonen der Leinwand

Ikonen der Leinwand

24.09.2017–17.12.2017
Weimarer Land

Apoldaer Zwiebelmarkt

Apoldaer Zwiebelmarkt

29.09.2017–01.10.2017
Weimarer Land

NAUTILUS – Muscheln, Schnecken und Mollusken in der Fotografie der Moderne

NAUTILUS – Muscheln, Schnecken und

07.10.2017–31.12.2017
Erfurt

Buchdruck und Reformation

Buchdruck und Reformation

09.10.2017–17.11.2017
Weimar

364. Zwiebelmarkt Weimar

364. Zwiebelmarkt Weimar

13.10.2017–15.10.2017
Weimar

Obstmarkt

Obstmarkt

21.10.2017
Weimarer Land

16. Lichtbildarena

16. Lichtbildarena

03.11.2017–05.11.2017
Jena

16. Liquid-Sound-Festival

16. Liquid-Sound-Festival

03.11.2017–05.11.2017
Weimarer Land

26. Bad Sulzaer Musiktage

26. Bad Sulzaer Musiktage

03.11.2017–11.11.2017
Weimarer Land