Februar – Liebesliedabenteuer

(K)LANG BERICHTET

HOFFNUNGSVOLL ROMANTISCH

„Wer dort spielen darf, ist im Olymp!“ Der Pianist Daniel Heide meint die Schubertiade im österreichischen Schwarzenberg. Der erste Auftritt war sein ganz persönlicher Ritterschlag. Apropos Olymp, noch mehr hat ihn ebenda die Begegnung mit Helmut Deutsch – dem „Godfather der Liedbegleitung“ – berührt, als dieser ihn unvermittelt mit Namen (!) ansprach: der Beginn einer Freundschaft.
Weltweit zu Hause, wurzeln Daniel Heides künstlerische Ambitionen speziell in seiner Thüringer Heimat. Als Leiter des Lyrischen Salons – der Liederabende auf Schloss Ettersburg – hat er hier 2011 den perfekten Platz für seinen musikalischen Freiraum gefunden: „Meine ganz persönliche Badewanne“, meint Daniel Heide augenzwinkernd! Es ist schon eine besondere Reihe, denn reine Liederabende sind selten. Dabei fungiert er nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Talentscout. Stars von heute und morgen geben sich hier die Klinke in die Hand. Ganz im Sinne der Salonkultur Anna Amalias ist es nicht zuletzt auch eine romantische Idee, Leben und Kunst zu vereinen. Befragt, was für ihn die schönste Stille sei, antwortet er nach einer kurzen Pause: „Die energetische Stille, die andachtsvolle Atmosphäre kurz vor dem Einsetzen der Musik. Dieser Moment ist Poesie!“
Seine ganz individuelle Vision von „Romantik 2.0“ bedeutet, dem Leben (Frei-) Räume abzutrotzen, um sie mit „frechen Ideen eines unvernünftigen Träumers“ auszufüllen. – Ettersburg darf das deutsche Schwarzenberg werden!


KURZ ERZÄHLT

SOUND VON ERFURT

Montag ist Ruhetag bei Franz Mehlhose! In der Restwoche steht das Erfurter Club-Café in der urbanen Mitte für Klangvielfalt, die schon beim Alteigentümer und Namenspatron um 1910 herrschte. Hundert Jahre später neu gegründet, bedeutet dies: coole Live-Bands, Open Stage oder Jazzy Sunday. Mehrfach wurde das Vater-Sohn-Gespann aus Ralf und Philip Neues für dieses Live-Programm mit dem Musikpreis APPLAUS – einer Auszeichnung des Bundes – geehrt. Und es wird weiter Neues in der familiären Mehrgenerationen-Wohlfühloase jenseits von Dresscodes geben. Dafür stehen beide mit ihrem Namen!


KURZ GEFRAGT

SPRACHE DER LIEBE

Jan Neumann im Interview / Autor und Regisseur am Deutschen Nationaltheater Weimar (DNT)

Am 1. Februar feiert Ihre Inszenierung des Shakespeare-Klassikers „Romeo und Julia“ am DNT Premiere. Welchen Klang hat für Sie die Sprache Shakespeares?

Sie klingt, im Original wie tatsächlich gefühlt auch in jeder Übersetzung – sei sie mal mehr, mal weniger gelungen – immer nach Wahrheit, nach Mensch. Ist das nicht wundervoll, im Sprach- und Nachklang dieses 425 Jahre alten Werkes sich selbst und seine Gegenwart wiederfinden zu können?